Bautagebuch - vor Baubeginn

 

Nun haben wir ein Grundstück und ein Haus ausgewählt, inklusive der Firma, die dieses Haus bauen soll. Jetzt kann es an die Feinplanung und die Bauvorbereitung gehen.

Bereits am 23. Mai 2005, also nur fünf Tage nach Vertragsabschluß, hatten wir das erste Treffen zur Detailplanung. Nach einem von der Firma vorgelegten Schema wurde die Planung Punkt für Punkt durchgegangen. Dabei konnten wir undendlich viele Fragen stellen. Für und Wider wurden gemeinsam abgewägt und Entscheidungen getroffen, die teilweise später wieder verworfen wurden, da natürlich mit zunehmender Konkretisierung des Bauvorhabens immer neue Ideen kamen.

Da das Bauland (ehemaliges Ackerland) im Einzugsgebiet von immer noch betriebenen Tongruben liegt, haben wir am 23. Mai auch ein Bodengutachten beauftragt. Der Bodengutachter ermittelt dabei nicht nur die Art des Bodens in verschiedenen Tiefen, sondern gibt darauf basierend auch Empfehlungen für die Fundamentgründung, die Bodenplatte oder die Kelleraußenwände. Die hierfür entstehenden Kosten sind sicherlich gut investiertes Geld, vorausgesetzt die Baufirma folgt den Empfehlungen des Gutachters.

Am 27. Mai wurde ein Vermessungsbüro mit den entsprechenden Arbeiten beauftragt. In NRW ist die Beauftragung eines öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs vorgeschrieben. Der Auftrag umfaßte die Erstellung des Amtlichen Lageplans (wird für den Bauantrag benötigt), die Grobabsteckung (vor Erdaushub), die Feinabsteckung (nach Erdaushub) sowie die Gebäudeeinmessung (nach Fertigstellung des Gebäudes zwecks Einreichung der Vermessungsergebnisse ans Katasteramt). Ordnung muß halt sein.

Da unsere Küche später einen in der Raummitte stehenden Herd mit darüber hängender Esse bekommen soll, mußte nun auch die Küchenplanung angegangen werden. Schließlich soll die Abluftführung nicht unter der Decke entlang nach außen führen, sondern über einen im darüber liegenden Raum im Boden eingelassenen, und damit verborgenen Abluftkanal. Damit bereits beim Gießen der EG-Decke das Loch für die Abluftkanaldurchführung an der richtigen Stelle liegt, mußte ein Küchen - Installationsplan her. Den bekommt man i.d.R. allerdings nur erstellt und ausgehändigt, wenn man einen Kaufvertrag für eine Küche unterschreibt. So mußten wir uns auch hier schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit allen Details auseinandersetzen.

Am Montag, den 13. Juni habe ich dann den Bauantrag beim Bauamt in Alfter persönlich eingereicht. Allerdings war dies nicht ein echter Bauantrag, da für das Baugebiet ein gültiger Bebauungsplan vorlag und wir uns an alle Vorgabe dieses Bebauungsplans gehalten hatten. In diesem Fall ist in NRW kein Genehmigungsverfahren erforderlich; es gilt § 67 Abs. 2 der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Bereits am 23. Juni erhielt ich vom Bauamt die Mitteilung, dass ich mit dem Bauen beginnen darf. Dies habe ich allerdings ganz maßgeblich Herrn Hilbig von Massivhäuser mit Flair zu verdanken, der sich um eine schnelle Mitteilung des Bauamtes bemüht hat.

Noch am gleichen Tag wurde vom Vermesser die Grobabsteckung durchgeführt. Außerdem mussten wir uns nun noch um unsere Kamin-Planung kümmern. Wir wollen diesen später unabhängig von der Raumluft betreiben. D.h. die Zuführung der Verbrennungsluft erfolgt über einen unter der Kellerdecke geführten Kanal, der unterhalb des Kamin's durch die Kellerdecke geführt wird. Dafür ist in der Bauplanung die Lage des Loch's in der Kellerdecke vorzusehen.

Am 24. Juni war dann auch schon die zweite Plandurchsprache im Musterhaus in Mülheim-Kärlich. Jetzt wurde es schon deutlich detaillierter. Aufgrund dieser Plandurchsprache sollen dann die Ausführungspläne im Maßstab 1:50 gefertigt werden. Aber wir können ganz beruhigt sein, sofern noch möglich, können wir auch danach noch kleinere Änderungen an der Planung vornehmen. Das ist zwar beruhigend, aber ich glaube nicht, dass dies noch stark von uns genutzt wird.

Für Montag, den 27. Juni war der Beginn des Erdaushubs vorgesehen; der Bagger sollte heute anrollen. Aber aufgrund von heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen sind wohl diverse Baustellen im Umland "abgesoffen", so dass die Bagger der von mir gewünschten Firma ESKA dort benötigt wurden.

Am 28. Juni haben wir dann unsere Küche endgültig ausgewählt und in einem Lahnsteiner Küchenstudio gegen 23:30 Uhr (!) gekauft. Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein Akt werden würde. Aber auch hier will natürlich alles bedacht sein: welche Arbeitsplatten, wo welche Schubladen in welcher Höhe und Tiefe, welche Elektrogeräte, Spüle, Wasserhahn, Müllsammler und und und. Der Chef des Küchenstudios war sehr geduldig, was man von mir nicht immer behaupten konnte. Ich bin froh, diese Aufgabe hinter mir zu haben. Hausplanungen finde ich jedenfalls interessanter.

Nun wurde der Anschluß an den öffentlichen Kanal für den 2. Juli geplant und auch planmäßig ausgeführt. Dabei wurde gleich das Stromkabel aus der Straße mit herausgeführt; zunächst für den Baustrom und später für unser Haus. Des Weiteren wurden vom Bauleiter die Anträge für Strom, Gas und Wasser vorbereitet, so dass ich diese nur noch unterschreiben mußte. Am 8. Juli war dann auch der Baustrom gelegt und angeschlossen.

Für Dienstag den 12. Juli war dann die Aushub-Firma wieder angekündigt. Aber leider wurde auch an diesem Tag nichts aus einem Beginn der Arbeiten. Zwei Tage später war es dann so weit. Die Aushubarbeiten beginnen. Immerhin sind nach Schätzung des Bauleiters ca. 650 bis 700 Kubikmeter Ton-/Lehmboden zu  bewegen. Einen Tag später wird denn auch schon die Regenwasser-Zisterne mit 7.000 Liter  Fassungsvermögen geliefert und in die Baugrube gestellt. Ob der Erdaushub tatsächlich bis Montag, den 18. Juli erledigt ist? Schließlich soll auch noch ein Revisionsschacht zwischen dem öffentlichen Kanal und unserem Haus eingebaut werden.

Leider wird - trotz Baggerarbeiten am Samstag - der Erdaushub erst am Dienstag, den 19. Juli beendet. 4 1/2 Tage Baggern für die Menge Erde ist nach meiner Meinung und der Erfahrung meines Bauleiters einfach zu lang. Offenbar hat die Firma ESKA zu wenige LKW für den Abtransport des Aushubmaterials eingesetzt. Ich bin nicht sehr zufrieden, kann's aber auch nicht ändern. Nun ist aber auch eine 25 cm dicke Filterschicht eingebracht (ob die wirklich 25 cm dick ist?) und der Revisionsschacht ist auch gesetzt.

Inzwischen sind auch die ersten Baumaterialien und Geräte für die Erstellung der Bodenplatte angeliefert, und zunächst auf dem Grundstück meines Nachbarn 'Jochen' zwischengelagert worden. Zum Glück will er erst Ende August mit dem Bau beginnen. Was hätte meine Firma wohl gemacht, wenn mein Grundstück (immerhin 706qm groß) nur eine Baulücke gewesen wäre.

Naja, jetzt kann der Bau beginnen...

 

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