Ein Schwimmteich entsteht


Viele Jahre war ein eigener Swimmingpool mein Wunsch. Auch beim Bau meines Hauses im mediteranen Stil ist diese Idee wieder aufgelebt.

Also habe ich mich zunächst am Markt informiert, was möglich ist, was zu beachten wäre und natürlich, welchen Nutzen ich zu welchem Preis bekommen kann. Bei all diesen Recherchen bin ich über Zeitschriften und das Internet auch auf das Thema "Schwimmteich" gestoßen. Das hat mich neugierig gemacht, so dass ich dieses Thema weiter verfolgt habe. Denn ein Schwimmteich hat aus meiner Sicht gleich zwei Vorteile gegenüber einem Pool: Einerseits hat man die Möglichkeit, in natürlich klarem, ohne Chemikalien gereinigtem Wasser zu schwimmen. Andererseits kann man während der in unseren Breitengraden doch langen Zeit, in der ein Pool nicht genutzt wird, einen optisch schönen Teich genießen und sieht nicht das ganze Jahr über auf ein steril wirkendes Becken. Diese Punkte haben letztendlich dafür gesprochen, einen Schwimmteich im Garten zu realisieren.

Nun habe mich informiert, welches Systems in Frage kommt. Auch mit dem Thema Selbstbau hatte ich mich kurz beschäftigt. Dies kam für mich jedoch nicht in Frage, da ich gerne einen Schwimmteich mit einem gemauerten (Schwimm-) Becken wollte und ich nicht später Probleme haben wollte, die nur schwer in den Griff zu bekommen sind. Da schien mir das Angebot eines bewährten Systems eines deutschen Herstellers die bessere Wahl.

Ein gemauertes Becken hat gegenüber einer natürlichen, mit Folie ausgekleideten Beckenform den Vorteil, dass die spätere Reinigung des Schwimmbereichs sowie des Teichbodens einfacher möglich ist. Bei einem Becken kann dies z.B. durch den regelmäßigen Einsatz eines Schwimmbad-Roboters erfolgen. Bei einer natürlichen Teichform mit verhältnismäßig vielen Falten und einem insgesamt unförmigen Untergrund kommt es zu stärkeren Ablagerungen von Schlamm. Und letztendlich sollte es möglich sein, in einem richtigen "Schwimmbecken" zu schimmen.

Nach ersten konkreten Planungen im April 2006 wurde im Juni des gleichen Jahres mit den Aushubarbeiten begonnen. Ein Nachbargrundstück war noch nicht bebaut, so dass eine Zufahrt für Bagger und LKW für den Abtransport der Erdmassen bestand. Die Fertigstellung des Schwimmteichs erfolgte im November 2006. Sicher nicht die beste Zeit, wenn man bedenkt, dass man aufgrund der Außentemperatur nicht gleich darin schwimmen kann und die Pflanzen auch nicht mehr gedeihen. Aber im Jahr 2007 sollte es damit so richtig los gehen - dachte ich zumindest...

Eckdaten zu meinem Schwimmteich:

Fotos aus der Bauphase, der "richtigen" Inbetriebnahme im Frühjahr 2007 sowie aus dem Sommer 2008

... denn los ging es 2007 dann auch noch nicht. Der Sommer 2007 findet nämlich ausschließlich im April statt. Temperaturen bis nahe an die 30 Grad Celsius. Doch das Teichwasser wird mehr und mehr zu einer ziemlich trüben Brühe und vermittelt keine Lust auf Baden und Abkühlung. Die Algenbildung dauert nahezu das gesamte erste Jahr 2007. Es braucht einfach ziemlich viel Zeit, bis sich das Wasser richtig klärt und dann auch so eingestellt bleibt. Mit eine Ursache dürfte das verwendete Leitungswasser sein, das einen verhältnismäßig hohen Phosphat-Anteil hat. Auf diesen "Nährstoff" reagieren Algen prächtig mit Wachstum und es dauert, bis sich das Phosphat durch Aufnahme in den Teichpflanzen "aufgelöst" hat. Da war das zweite Jahr (2008) schon besser.

Trotzdem ist der Aufwand für die Reinigung des Schwimmbeckens mit Reinigungsroboter und Bürste ziemlich hoch. Von April bis Oktober wende ich wöchtlich ca. vier Stunden dafür auf. Das hatte mir vorher Niemand gesagt. Und was mir auch Niemand gesagt hatte, ist, dass die Pumpe, die das Wasser umwälzt pro Tag ca. 16Kw(!) Strom verbraucht. Das ist eine ziemliche Menge! Sie läuft vom Frühjahr bis zum Winteranfang 20 bis 24 Stunden am Tag durch. Lediglich in den Wintermonaten schalte ich sie komplett ab und entleere sie.

Als Entschädigung für die verhältnismäßig viele Arbeit mit der Teichreinigung steht zumindest kurzzeitig die Freude an geruchsfreiem, natürlichem und sauberem Wasser, in dem man herrlich schön nach Feierabend und am Wochenende schwimmen kann. So ist der Garten an lauen Sommerabenden und schönen Wochenenden ein kleines Paradies und man verspürt überhaupt keinen Drang, bei schönem Wetter zu verreisen.

Durch das Anpflanzen einiger Palmen (Trachycarpus fortunei), die auch in unserer eher kühlen Region gedeihen sollen (frostresistent bis -15 Grad), kann über die nächsten Jahre ein kleines mediteranes Paradies heranwachsen.

Aber was den Schwimmteich anbelangt, sollen die Probleme mit Wassertrübung und massiver Algenbildung nicht abreißen. Ich gerate diesbezüglich immer wieder mit dem Teichbauer aus der Eifel aneinander. Und da ich mir sehr sicher bin, dass er beim Bau bzw. schon bei der Planung Fehler gemacht hat, die dazu führen werden, dass ich mit der von ihm errichteten Anlage niemals das in den Werbeprospekten und im Internet versprochene, klare Wasser erhalte, leite ich nach mehreren Versuchen einer gütlichen und außergerichtlichen Einigung im Jahr 2009 einen Rechtsstreit ein. Nach der Erstellung eines umfangreichen Gutachtens durch den vom Gericht bestellten und vereidigten Sachverständigen für den Garten-, Landschafts- und Schwimmteichbau unter der Anwesenheit des Teichbauers und seines Anwalts kommt es im Mai 2013 (nach fünf Jahren Streiterei) zu einem Vergleich, bei dem ich ca. 1/3 des ursprünglich gezahlten Preises vom Teichbauer zurück erhalte.

Nun habe ich zwar den Rechtsstreit beendet und fühle mich mit meiner Meinung, dass bauseitig viele Fehler gemacht wurden, durch das Gutachten mehr als bestätigt. Aber mein Problem mit der Algenbildung und Wassertrübung habe ich noch immer.

Im Frühling 2014 mache ich mich dann daran, den kompletten Filterbereich auszuheben und die Verrohrung neu zu bauen, um eine verbesserte Durchströmung des Filterbereichs zu erreichen. Aber auch diese Maßnahme führt nicht wirklich zum Erfolg, da die Filterfläche im Verhältnis zum Schwimmbereich bzw. zum Wasservolumen einfach zu klein geplant worden ist. Und das läßt sich nachträglich nicht mehr ändern.

In der Folge suche ich im Internet nach Lösungsmöglichkeiten und finde auch viele Hinweise in Teichforen sowie auf Herstellerseiten. Aber was hilft wirklich?

Dann stoße ich 2014 auf die Internet-Seite der Firma www.algenfrei.com, die damit wirbt, klares Wasser durch Ultraschall zu bekommen (die genaue Wirkungsweise ist auf der Seite der Firma nachzulesen). Das, was ich auf der Seite lese, überzeugt mich und ich entscheide mich, für meinen Schwimmteich den G-Sonic 10S zu bestellen. Obwohl ich sehr gespannt bin, komme ich in 2014 nicht mehr dazu, das Gerät in meinem Teich in Betrieb zu nehmen. Aber im April 2015 ist es dann soweit. Als ich dann Mitte Mai für drei Wochen in Kur fahre, schalte ich zwar die Strom fressende Teichpumpe ab, lasse aber das Ultraschallgerät, welches lediglich 15 Watt Strom verbrauchen soll, weiterlaufen.

Nach meiner Rückkehr traue ich meinen Augen nicht. Mein Schwimmteichwasser ist kristallklar und selbst auf den Kieselsteinen in den Pflanzbereichen schimmern die Kiesel wieder weiß. Offenbar hat der Ultraschall alle Algen abgetötet. Nun habe ich allerdings einen dicken Teppich abgestorbener Algenmasse auf dem Beckenboden und zwischen den Kieselsteinen liegen.

Ich schalte dann auch gleich (nach einer Filterrückspülung) wieder die Pumpe ein, damit das Wasser wieder umgewälzt und die Pflanzen im Filterbereich wieder mit Nährstoffen versorgt werden. Doch zwei Tage später trübt sich das Wasser erneut ein und es bilden sich schon wieder Algen. Ich lese noch einmal auf der Internetseite der ClickSonic AG nach und finde den entscheidenden Hinweis. Mein Schwimmteich besitzt eine Unterwassereinströmung. Und da das Wasser dort mit relativ viel Druck einströmt, sorgt dieser Unterwasserstrom offenbar für eine Verwirbelung der Ultraschall-Signale, so dass diese gar nicht wirken können. Ich schalte die Pumpe daher zunächst erneut ab und nach ca. 4 Wochen habe ich wieder dieses wunderbar klare Schwimmteich-Wasser. Nun nehme ich die Teichpumpe erneut in Betrieb, allerdings regel ich den Unterwasser-Zustrom so, dass dieser deutlich schwächer ist und die Ultraschall-Signale möglichst nicht ablenkt. Es funktioniert!

Meine größte Herausforderung ist nun, den Beckenboden sowie die Pflanzbereiche von den abgestorbenen Algen zu befreien. Das ist eine aufwändige Arbeit. Aber wenn sich keine bzw. nur minimal neue Algen bilden, wird diese Arbeit bald beendet sein und der Pflegeaufwand meines Schwimmteiches sich endlich auf ein erträgliches Maß reduzieren. Neun(!) Jahre nach Bau des Schwimmteiches zeichnet sich endlich eine Lösung für algenfreies bzw. algenarmes Wasser ab.

Fotos vom nun klaren Schwimmteich und algenfreier Beckenfolie

Ich muss nun auch die Elektroinstallation für den G-Sonic noch von einer "fliegenden" Verkabelung mit Verlängerungsschnur auf einen fachgerechten Anschluss umbauen. Dabei baue ich auch gleich eine schaltbare Steckdose ein, da ich - wie es auf der Internetseite der ClickSonic AG auch beschrieben wird - über die Haut den Ultraschall wahrnehme. Über die schaltbare Steckdose kann ich das Gerät für die Schwimmzeit einfach ausschalten.

Noch folgende grundsätzliche Informationen zum Betrieb meines Schwimmteichs:
Ich speise Wasserverluste nach Möglichkeit mittels Regenwasser nach, das ich in meiner 6.000L-Regenwasserzisterne sammel. Außerdem messe ich regelmäßig die Wasserparameter zum Phosphatwert, zur Gesamthärte wie zur Karbonathärte als auch den PH-Wert. Die Werte sind derzeit optimal. Ich habe allerdings im Frühjahr auch ein wenig mit einem Spezialprodukt zur Wasseraufbereitung nachgeholfen. Auch eine Maßnahme, die zu 100% gewirkt hat.

Nochfolgend meine gemessenen Wasserwerte vom 22.08.2015.
Ich messe mit Testsets verschiedener Hersteller, die ich mir im Zoofachhandel kaufe. Diese arbeiten mit Reagenzflüssigkeiten bzw. Pulvern und tlw. mit einer Ablesung mittels Farbskalen. Daher sind nicht immer auf die Nachkommerstelle genaue Ablesungen möglich. Aber ich denke, wenn man den Sollwert ungefähr einhält, kann es so falsch nicht sein.

  Phosphat Gesamthärte Karbonathärte pH-Wert Nitrat
Sollwert (Empfehlung für Schwimmteiche) <0,03 mg/L    5-20°dH    5-12°dH

8,2 bis 8,3

<100 mg/L
mein Wert <0,02 mg/L

5,5°dH

5°dH

8,0

70 mg/L

Jetzt kann ich meinen Schwimmteich endlich genießen!

 

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